Radikal? Haltung zeigen! Demokratiefeindlichen Tendenzen entgegenwirken - Online Veranstaltungsreihe
- 18. September: MIA Hessen - Diskriminierung sichtbar machen, Antiziganismus bekämpfen!
- 23. Oktober: Wie reden über die Terroranschläge in Israel und den Krieg in Gaza? Pädagogische Hinweise zum Umgang mit Reaktionen im Klassenzimmer
- 20. November: Strafrechtliche Implikationen bei Hass und Hetze im Netz
- 12. Februar: Jung, radikal, vernetzt - Eine neue Generation rechtsextremistisch Jugendlicher
- 26. März: „Zurück zur Ordnung?“ – Familien- und Weiblichkeitsbilder von Tradwives und rechten Momfluencerinnen
- 23. April: folgt
Die DEXT-Fachstellen (Fachstellen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention) Gießen, Landkreis Gießen, Wetzlar, Lahn-Dill-Kreis, Wetteraukreis, Marburg und Marburg Biedenkopf laden zu monatlichen Infoveranstaltungen zur Stärkung demokratischer Werte und zum Schutz vor gesellschaftlicher Spaltung ein.
Die Veranstaltungen beleuchten aktuelle Aspekte aus den Bereichen Extremismus und Radikalisierung und richten sich an alle Interessierten, die im beruflichen oder ehrenamtlichen Kontext mit diesen Inhalten konfrontiert sind.
Neben allgemeiner Wissensvermittlung sollen unsere Veranstaltungen insbesondere die Erarbeitung von Handlungsstrategien sowie den Austausch untereinander und die Möglichkeit landkreisübergreifender Vernetzung bieten.
Die Anmeldung erfolgt per Mail über die jeweils angegebene E-Mail Adresse. Im Anschluss wird der Zugangslink zur Verfügung gestellt. Die Teilnahme ist kostenlos.
18. September: MIA Hessen - Diskriminierung sichtbar machen, Antiziganismus bekämpfen!
Der Hass und die Hetze – Antiziganismus in Deutschland nimmt zu. Ob auf dem Schulhof, im Fußballstadion oder im Alltag: Die Diskriminierung von Sinti und Roma ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Laut dem aktuellen Jahresbericht der Meldestelle Antiziganismus (MIA) wurden 2024 über 1.600 Vorfälle gemeldet – ein Anstieg um 36 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Besonders häufig: verbale Angriffe, Ausgrenzung und rassistische Stereotype. Auch Behördenkontakte gestalten sich für viele Betroffene weiterhin schwierig.
MIA-Hessen ist eine Kooperation des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma und des Fördervereins Roma e. V. Die regionale Meldestelle sammelt, dokumentiert und wertet antiziganistische Vorfälle aus, die von Akteurinnen und Akteuren aus Hessen gemeldet werden. Ausmaß und Struktur von Antiziganismus sollen so sichtbar gemacht werden.
Referentin: Katja von Auer M.A., Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin Melde und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) Hessen
Anmeldung per Mail an: DEXT@giessen.de
23. Oktober: Wie reden über die Terroranschläge in Israel und den Krieg in Gaza? Pädagogische Hinweise zum Umgang mit Reaktionen im Klassenzimmer
Der Vortrag enthält pädagogische Anregungen und Impulse dafür, die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen auf den Terroranschlag vom 07.10.2023 in Israel durch die HAMAS und den Krieg in Gaza im pädagogischen Raum zu besprechen. Zentrale Aspekte in den aktuellen Debatten um den sogenannten Nahost-Konflikt, Auswirkungen und Funktionen des Sprechens über den Konflikt werden dargestellt.
Der Vortrag enthält pädagogische Empfehlungen für Reaktionen auf antisemitische Äußerungen und Handlungen. Darüber hinaus werden pädagogische Grundhaltungen zur Öffnung von Gesprächsräumen und zur Förderung demokratischer Diskurse vorgestellt und kurze Hinweise zur Einordnung von dominanten Begriffen und Parolen im Diskurs benannt.
Referentin: Tami Rickert, Bildungsreferentin und Beraterin der Bildungsstätte Anne Frank
Anmeldung per Mail an: marburgmachtdemokratie@marburg-stadt.de
20. November: Strafrechtliche Implikationen bei Hass und Hetze im Netz
Häufig ziehen sich Nutzerinnen und Nutzer lieber aus dem Diskurs zurück, anstatt sich gegen Hass im Netz und Extremismus zur Wehr zu setzen. Um Betroffenen sowie Zeuginnen und Zeugen eine unkomplizierte Möglichkeit zu bieten, aktiv zu werden und individuelle Unterstützung zu erhalten, richtete die Hessische Landesregierung am 16. Januar 2020 die Meldestelle HessenGegenHetze ein. Gemeldete Inhalte werden dokumentiert, einer Bewertung unterzogen und an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Bei Bedarf vermittelt die Meldestelle Betroffenen individuelle Beratungs- und Unterstützungsangebote aus ihrem Netzwerk. Die Referentinnen und Referenten der Meldestelle und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet und Computerkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/M. werden ihre Arbeitsweise vorstellen und die strafrechtliche Bewertung typischer Äußerungen anhand praktischer Beispiele erarbeiten und erläutern.
Referierende: Mitarbeitende der Meldestelle HessenGegenHetze
Anmeldung per Mail an: DEXT@wetzlar.de
12. Februar: Jung, radikal, vernetzt - Eine neue Generation rechtsextremistisch Jugendlicher
Nur die Spitze des Eisbergs? Im Mai ließ die Bundesanwaltschaft vier rechtsextremistische Terrorverdächtige im Alter von 14 bis 18 Jahren festnehmen. Sie sollen Anschläge und Gewalttaten verübt und geplant haben. Die Gruppierung „Letzte Verteidigungswelle“ ist nicht die einzige. Seit 2024 treten vermehrt neue rechtsextremistische Jugendgruppen wie „Elblandrevolte“ oder „Deutsche Jugend Voran“ bei Demonstrationen und Störaktionen gegen Christopher-Street-Day-Veranstaltungen auf. Auffällig sind das junge Alter, das martialische Auftreten im Stil der rechtsextremistischen „Skinhead“-Kultur und die schnelle Radikalisierung.
Es zeigt sich ein Wandel in der Neonaziszene: Eine neue Generation rechtsextremistischer Jugendlicher, die öffentliche Raumnahme und Gewalt nicht scheut. Was unterscheidet heutige rechtsextremistische Jugendgruppen von früheren – insbesondere in Hessen? Und was lässt sich dagegen tun?
Referent: Julius Geiler ist Reporter beim Tagesspiegel mit dem Schwerpunkt Sicherheit und Extremismus. Für RBB und ZDF produzierte er Reportagen über Rechtsextremismus
Anmeldung per Mail an: Sören.Hinder@lkgi.de
26. März: „Zurück zur Ordnung?“ – Familien- und Weiblichkeitsbilder von Tradwives und rechten Momfluencerinnen
In sozialen Medien begegnet uns tagtäglich eine Fülle an Bildern zu Mutterschaft, Erziehung und Familie. Teil dieses Diskurses sind auch Inhalte, die von konservativen, antifeministischen und (extrem) rechten Akteurinnen geprägt sind. Selbsternannte Tradwives und rechte Momfluencerinnen bespielen Plattformen wie Instagram, TikTok oder Pinterest, um vermeintlich traditionelle Frauen- und Mutterbilder zu inszenieren.
Weibliche Selbstaufgabe, Gehorsam und Mutterliebe werden nicht nur romantisiert, sondern als ‚Natur‘ der Frau dargestellt. Als Teil extrem rechter Ideologien verbinden sich diese Bilder mit nationalistischen und völkischen Vorstellungen. Gleichzeitig bietet das romantisierte Mutterbild eine alternative Erzählung zur sonst vorherrschenden alarmistischen und dystopischen Rhetorik der extremen Rechten.
Referentin: Viktoria Rösch M.A., Mitarbeiterin im Forschungsverbund GERDEA an der Frankfurt University of Applied Sciences
Anmeldung per Mail an: DEXT-Fachstelle@wetteraukreis.de
23. April: folgt
Referent:
Anmeldung per Mail an: HoffmannSt@marburg-biedenkopf.de
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